Von der Radlergruppe zum (rad)verkehrspolitischen Engagement

Fallbeispiele zum Thema 'Radverkehrspolitik' in der Gemeinde Haste und Hohnhorst

Von 2010-2019 stand hier auf dem Wegweiser der Schriftzug "MBPE Haste" (Mit Bahn, Plan und Elan), dahinter einige Infos über das Selbstverständnis unserer kleinen Radlergruppe, die sich Ende 2019 aufgelöst hat. Was die Fortsetzung von Radtouren anbetrifft, so werden nur noch einige Tourenaufträge für Externe ausgeführt, denn der Schwerpunkt unserer Aktivitäten hat sich inzwischen ganz auf '(Rad)verkehrspolitik' verlagert.

Das Thema hat viele Facetten. Bei den hier aufgelisteten Beispielen ist zumeist persönliche Betroffenheit der Auslöser. Von selbstgeschriebenen Leserbriefen über Behördenkorrespondenz bis hin zum täglichen Fahrradfahren - die Bandbreite für überzeugendes Handeln ist grenzenlos. (Bitte die Fotogalerie von unten nach oben betrachten und einzelne Bilder zur Vergrößerung anklicken!)

Heute: Verschließbare Fahrradboxen am Haster Bahnhof scheinen ein Wunschtraum der heimischen Kommunalpolitiker zu sein, der schon mehrfach in der Tageszeitung publiziert wurde. Bisher ist auf diesem Gebiet nichts Sichtbares geschehen. Dabei wäre die Realisierung so einer Idee ein geniales Vorzeigeprojekt, um auch demonstrieren zu können, wie fahrradfreundlich die Gemeinde Haste ist. Das Foto zeigt die zahlreichen Boxen am Bahnhof in Grevenbroich, dem Wohnort von Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling. Gesehen auf unserer Fahrradtour durch das Niederrheingebiet im Sommer 2016. "Wenn Du eine Reise tust, kannst Du was erzählen!"

Heute: Zum Jahreswechsel wurde registriert, dass dieses Verkehrsschild auf dem Boden liegt. Wahrscheinlich liegt es dort schon viel länger. Mitte Februar wurde das der Samtgemeinde und dem Bauamt per Email gemeldet.

Heute: Sobald das Schild wieder ordnungsgemäß aufgestellt ist, verschwindet das Foto hier von dieser Website. Wir haben die Stelle durch tägliches Vorbeifahren im Blick. Das umgefahrene Schild befindet sich von W-Dorf aus kommend gleich hinter dem kleinen Wäldchen an der L 449 noch vor der scharfen Linkskurve.

Heute: So endet der Fahrrad- und Fußweg von Hohnhorst zum Netto-Markt. Wenn dort vor der Lücke Autos parken, muss man das Fahrrad mitsamt Anhänger über das Gestrüpp tragen, von der Überwindung des hohen Bordsteins ganz zu schweigen. Die ursprüngliche Planung, den neuangelegten Weg von Hohnhorst aus bis zum Bahnhof enden zu lassen, ohne die stark befahrene B 442 queren zu müssen, endet im Fiasko.

2020/2021: Wenn der Fuß- und Radweg weiterhin um diese scharfe Ecke führen soll, sollte zumindest ein Sichtdreieck von 3-5 m gegeben sein, also den Sichtschutz auf dieser Länge beseitigen! Sonst sind dort an der Stelle Zusammenstöße vorprogrammiert, wie im Februar 2021 in der Dunkelheit fast geschehen. Zwischenzeitlich wurde der Weg dort erfreulicherweise etwas verbreitert.

2020/2021: Das Gelände, durch das ursprünglich der Schotterweg zum Netto-Markt geführt hat, wurde kurzfristig verkauft. Der neue Eigentümer zog einen Zaun mit Sichtschutz um das gesamte Gelände herum, sodass man als Fahrradfahrer/Fußgänger an dieser Ecke keine Einsicht mehr hat.

2018: Dieses Verkehrsschild ist im Verlauf der Bildergalerie zum streitbaren Symbol geworden: Anfangs verbleicht, unkenntlich geworden, dann erneuert, bald von Dornen überwachsen, vom Winde verdreht, umgefallen oder umgefahren, auf gegenüberliegender Seite neu aufgestellt, um 20° zur Seite geneigt, neu ausgerichtet, momentan standhaft, aber ständig ignoriert. Forderung: Bitte hinter die Einfahrt des Aussiedlerhofes versetzen!

2020/2021: Es geht doch! Damit der Aussiedlerhof nur noch von einer Seite aus angefahren werden soll, wurde dieses Schild jetzt aufgestellt. Hautpsache ist, dass die die Landwirte die neue Verkehrsregelung akzeptieren. Stand: 10. März 2021

2020-2021: Zwischen 2015 und 2020 hat der Verkehr auf dem Feldweg deutlich abgenommen, da aufgrund der neuen Eisenbahnbrücke zwischen Rehrwiehe und Hohnhorst der Feldweg als Abkürzung nicht mehr benutzt wird. Seit Oktober 2020 ist dort aber wieder zunehmend Verkehr zu beobachten, denn der Aussiedlerhof ist zum Lager für die Glasfaserarbeiten geworden und wird von vielen Fahrzeugen angefahren. Samtgemeindedirektor und Bauamt sind informiert. Eine umweltverträgliche Lösung wird hoffentlich bald realisiert. Es wird nach wie vor der Feldweg befahren, obwohl sich das Bauamt für ein Durchfahrtverbot einsetzen wollte. (Stand: 28. Febr. 2021)

1985-2021: Nachdem meine Familie in 1985 von Hannover nach Wilhelmsdorf gezogen ist, haben wir hin und wieder den Feldweg nach Hohnhorst als Abkürzung benutzt, wurden dann aber eines Tages vom damaligen Jagdpächter mit dem freundlichen Hinweis angehalten, doch bitte das Durchfahrverbot für PKWs wegen des Wildwechsels zu beachten. Seitdem hat der Feldweg einen überzeugten Anwalt bekommen. - Der PKW-Verkehr verdichtete sich im Laufe der Jahre, bis eines Tages ein 16-Tonner-LKW an einem Sonntagmorgen einen Fahrradfahrer von hinten fast genötigt hatte. Folge: Durch den Schreck ist das Engagement bei dem Fahrradfahrer für die Einhaltung des Durchfahrverbots nur noch größer geworden.

Zukunft: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Fahrradpiktogramme am Ortseingang von Dolgen in der Nähe von Hämelerwald.

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Zukunft: Fahrradpiktogramme sieht man überall in den Dörfern der Region. Sie sind in der Regel im Abstand von 100 Metern auf den Asphalt projiziert, hier auf dem Foto in Schulenburg unter der Marienburg zu sehen.

Zukunft: Noch besser wäre natürlich eine Lösung mit einer Verkehrsinsel am Ortseingang von Wilhelmsdorf wie zum Beispiel in Everloh (siehe Foto!). In Idensen und Hohnhorst gibt es am Ortseingang bereits solche Verkehrsinseln, die der Verkehrsberuhigung dienen. Warum nicht in Wilhelmsdorf??

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Zukunft: So könnte beispielsweise eine Durchfahrt durch Wilhelmsdorf für Fahrradfahrer markiert sein, wenn Maßnahmen zur Sicherheit von Fahrradfahrern effektiv sein sollen. In der Fahrradregion Hannover wird das in vielen Orten praktiziert, wie es das Foto aus Devese beweist.

2021: Wie kann die Situation für Fahrradfahrer entschärft werden? Entweder den Weg wieder als kombinierten Rad- und Fußweg ausschildern und dabei alle gefährlichen Stellen beseitigen oder den Radfahrern auf der Straße durch Aufzeichnen von Piktogrammen mehr Sicherheit einräumen. Das Aufstellen von zusätzlichen Fußgängerschildern im Mai 2018 ist zwar lobenswert, hat das Verhalten der Radfahrer aber leider nicht verändert. Es wird weiterhin verbotenerweise auf dem Fußweg geradelt, mitunter sehr schnell durch Pedelecs, die unter den Fahrradfahrern immer zahlreicher werden.

2018-2020: Schwer einsehbare und gefährliche Ecken wie zum Beispiel die hohe Hecke am Kurzen Weg erhöhen das Unfallrisiko für Velofahrer. Obwohl der Hausbesitzer zwischenzeitlich seine Hecke etwas gestutzt hat, ist das Sichtdreieck von 3-5 m in keiner Weise gewährleistet. Insbesondere schnelle Pedelec-Fahrer sind hier gefährdet. Bisherige Bilanz unserer Beobachtungen: 2 Unfälle und einer kurz davor; (1. Auto : Fahrrad / 2. Fahrrad : Fahrrad / 3. Auto : Fahrrad : Auto : Fahrrad) Foto von Febr. 2021

2018: Aus Richtung Haste kommend verschwand das Fußgängerschild im Laub eines angrenzenden Kirschbaumes und war von Frühling bis Herbst nicht zu sehen. Nach der Ortsbesichtigung im Mai 2018 wurde das Schild versetzt und ist nun von weitem gut einsehbar. Die meisten Radfahrer benutzen aber weiterhin verbotenerweise den Fußweg, auch weil die farblich abgesetzte Pflasterung ihnen intuitiv die Fahrtrichtung vorgibt. (Foto: Waldstr./Gartenweg)

2018: Aus Richtung Nordbruch und Idensen kommend fehlte das Fußgängerschild auf der linken Seite, denn aus verkehrspsychologischer Sicht und wegen der Pflastermusterung queren die meisten Radfahrer an dieser Stelle die Straße. In 2018 wurde dann im Zuge der Schilderergänzung ein Fußgängerschild nachträglich in Höhe des Laternenpfahles installiert.

2015: Die Ausschilderung für Radfahrer durch Wilhelmsdorf an der L 449 entlang ist nicht optimal gelöst. Nach dem punktuellen Ausbau der Waldstraße in 1990/91 wurde die Fahrradroute als kombinierter Fuß- und Radweg ausgeschildert, dann plötzlich wegen des bundesweiten Gerichtsurteils über einzuhaltende Mindestbreiten bei kombinierten Hochbordwegen als reiner Fußweg ausgewiesen.

2018-2020: Mit tatkräftiger Unterstützung des Samtgemeindebürgermeisters wurde das Schild auf der anderen Seite neu und fest verankert, hat aber bald Schlagseite bekommen, was erfreulicherweise nach erneuter Reklamation schnell beseitigt wurde. Forderung: Das Schild sollte aber noch hinter die Einfahrt des Aussiedlerhofes versetzt werden, da von der Hauptstraße laut Schild keine PKWs und LKWs hier anfahren dürfen.

2015-2017: Das Verkehrsschild hat inzwischen eine aufregende Vergangenheit hinter sich. Zeitweilig war es nicht zu sehen, da die Brombeerhecke über das Schild hinauswuchs und es dadurch verdeckt war. Dann wurde es vermutlich vom Wind oder durch Spitzbuben regelmäßig verdreht. Zum Schluss ist es umgefallen bzw. wurde umgefahren und lag unbemerkt im Gestrüpp. Wahrscheinlich würde es heute da noch liegen, wenn nicht .....

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2011: Nach langer Zeit vergeblichen Bemühens hat die persönliche Eingabe beim TOP 'Einwohnerfragestunde' auf einer Samtgemeinderatssitzung Wirkung gezeigt: Die verbleichten und unkenntlich gewordenen Schilder auf dem Feldweg zwischen Wilhelmsdorf und Hohnhorst wurden durch neue ausgetauscht. Im Laufe der Fotogalerie wird noch deutlich, wie wichtig dieses Engagement gewesen ist.

2007: In einem Schreiben an den Landkreis wurden vier verkehrsberuhigende Maßnahmen für Wilhelmsdorf gefordert:
1. Durchfahrverbot für Motorräder
2. 70 km/h Höchstgeschwindigkeit zwischen W-dorf und Haste
3. Versetzung der Ortstafel weiter aus dem Ort hinaus
4. Grabenüberquerung in Höhe des landwirtschaftlichen Weges
Der Landkreis hat drei Forderungen mit Begründung abgelehnt. Die vierte, die Grabenüberquerung und damit eine Anbindung des Fuß- und Radweges an den Feldweg, wurde erfreulicherweise realisiert.

Es war einmal: Weil linksabbiegende Fahrzeuge aufgrund starken Gegenverkehrs die lange Autoschlange regelmäßig zum Stoppen gebracht haben, wurde man hin und wieder auf den Schienen ausgebremst, während das akustische Signal für die Absenkung der Schranken bereits ertönte. Natürlich kam da Panik auf. Nach jahrelangem Schriftverkehr war der Landkreis im Jahre 2000 bereit, das abgebildete Verkehrsschild in Kombination mit einer durchgezogenen weißen Linie zu installieren. Ab sofort war das Linksabbiegen in die Schulstraße verboten. Seit April 2015 (Neubau der Eisenbahnbrücke) hat sich das Problem glücklicherweise für immer erledigt.